760.700 Wohnungen waren Ende 2025 in Deutschland genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt. Diese Zahl des Statistischen Bundesamts zeigt: Zwischen Bauplanung und fertigem Gebäude liegt häufig eine lange, unsichere Strecke.
Für Handwerksbetriebe ist das mehr als eine Zahl aus der Immobilienbranche. Denn wenn Baustellen später starten, sich Abläufe verschieben oder Entscheidungen auf sich warten lassen, verändert das die tägliche Planung im Betrieb.
Kurz erklärt: Was bedeutet Bauüberhang?
Als Bauüberhang werden Wohnungen bezeichnet, die bereits genehmigt sind, aber noch nicht fertiggestellt wurden. Ende 2025 lag dieser Bauüberhang in Deutschland bei 760.700 Wohnungen. Das heißt nicht, dass alle Projekte stillstehen: 307.200 Wohnungen waren bereits im Bau. Für Betriebe ist die Zahl trotzdem wichtig, weil zwischen Auftrag, Baustart und Fertigstellung oft viel Zeit liegen kann.
Ein Auftrag auf dem Papier ist noch keine Baustelle
Eine Baugenehmigung ist ein wichtiger Schritt. Sie bedeutet aber nicht automatisch, dass morgen gebaut wird. Bis ein Projekt tatsächlich losgeht, können Finanzierung, Planung, Vergaben, Materialbestellungen und Abstimmungen Zeit kosten.
Das Statistische Bundesamt meldete für 2025 zugleich 206.600 fertiggestellte Wohnungen. Das waren 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Bauüberhang – also genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen – lag mit 760.700 Einheiten auf Vorjahresniveau. Davon befanden sich 307.200 Wohnungen bereits im Bau.
Die Zahlen zeigen keine einzelne Ursache. Aber sie machen sichtbar, wie groß der Abstand zwischen Genehmigung und Fertigstellung sein kann.
Was das im Handwerksalltag bedeutet
Für einen Betrieb können Verzögerungen sehr konkret werden:
- Ein eingeplanter Auftrag verschiebt sich.
- Fachkräfte, Geräte und Nachunternehmer müssen neu koordiniert werden.
- Materialpreise oder Lieferzeiten verändern die Kalkulation.
- Mehrere Baustellen laufen gleichzeitig anders als ursprünglich gedacht.
Genau deshalb ist es sinnvoll, nicht nur auf die Auftragsliste zu schauen. Entscheidend ist auch: Wie belastbar ist der Starttermin? Was passiert, wenn sich ein Bauvorhaben verschiebt? Und wo entstehen dadurch neue Risiken?
Modernisierung bleibt ein zweiter großer Hebel
Neubau ist nicht der einzige Weg zu mehr Wohnraum. Auch die Modernisierung bestehender Gebäude spielt eine wichtige Rolle. Das betrifft energetische Maßnahmen ebenso wie Umbauten, Sanierungen und die Instandsetzung von Wohnraum.
Für viele Handwerksbetriebe liegt darin eine Chance: Nicht nur auf das eine große Neubauprojekt zu warten, sondern das eigene Geschäft breiter aufzustellen. Wer Sanierung, Modernisierung und Reparatur im Blick behält, ist weniger abhängig davon, wann ein genehmigtes Projekt tatsächlich startet.
Planung braucht auch Schutz
Eine volle Auftragsmappe ist gut. Noch besser ist es, wenn der Betrieb auf Verschiebungen vorbereitet ist. Dazu gehören klare Verträge, saubere Abläufe, realistische Zeitpuffer und ein Blick darauf, welche Absicherung zum Betrieb passt.
Denn im Handwerk entscheidet nicht nur, ob ein Auftrag kommt. Sondern auch, wann er wirklich startet, wie lange er dauert und was passiert, wenn sich die Planung verändert.
Mein Fazit: Genehmigt heißt nicht gebaut. Wer seine Planung nicht allein auf Zusagen stützt, sondern Termine, Risiken und Kapazitäten laufend prüft, kann ruhiger arbeiten – auch wenn der Bauablauf es nicht immer ist.
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Häufige Fragen zum Bauüberhang
Was bedeutet Bauüberhang im Wohnungsbau?
Der Bauüberhang umfasst genehmigte Wohnungen, die noch nicht fertiggestellt sind. Er zeigt den Abstand zwischen Planung und tatsächlich verfügbarem Wohnraum.
Wie hoch war der Bauüberhang Ende 2025?
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren Ende 2025 bundesweit 760.700 Wohnungen genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt. Davon befanden sich 307.200 Wohnungen bereits im Bau.
Warum ist der Bauüberhang für Handwerksbetriebe relevant?
Weil genehmigte Projekte nicht automatisch sofort starten. Verschiebungen können Einsatzplanung, Geräte, Material, Nachunternehmer und Kalkulation beeinflussen.
Was können Handwerksbetriebe bei verschobenen Bauprojekten tun?
Hilfreich sind belastbare Starttermine, realistische Zeitpuffer, klare Verträge und eine breitere Aufstellung mit Sanierung, Modernisierung und Reparatur.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung vom 22.05.2026: 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025
- Handelsblatt, 21.08.2026: Themenimpuls zum Wohnungsbau. Text und Bild sind eigenständig erstellt.